Schottland
Zuerst einmal möchte ich versichern, dass das schottische Wetter nicht so schlecht ist wie die meisten Leute glauben. Es wechselt häufig. Während meines Aufenthalts (14. - 22. Juli 2001) war es ziemlich kühl, teilweise kühler als zu dieser Jahreszeit üblich. Aber wir hatten nur ein paar kurze Schauer, viele Wolken und auch viel Sonnenschein.
Etwas sehr britisches, das ich genoss, waren die Tee- und Kaffeekocher, die man in jedem Hotelzimmer findet.
Auch erwähnenswert sind die vielen Schafe, die wir während der 7 Tage in Grossbritannien sahen. Ich hatte im Laufe der 7 Jahre seit meinem letzten Urlaub dort nicht so viele gesehen.
Wir waren eine angenehm kleine Gruppe, nur 14 Leute plus Fahrer und Reiseleiter. Da wir per Bus und Fähre reisten, war unser erstes Ziel Rotterdam, wo wir an Bord einer Fähre gehen und dort übernachten würden, während sie uns nach Kingston-upon-Hull bringt.
Nach der Ankunft am Rotterdamer Europoort verliessen wir den Bus und betraten die Fähre über eine Gangway. Wir liessen unsere Koffer im Bus und nahmen nur mit, was wir wirklich brauchten. In den Kabinen ist nicht viel Platz. Die Fähren im Ganzen sind ziemlich gross. Sie haben ungefähr 6 Decks einschliesslich Autodecks. Es gibt 2 Lounges, ein grosses Restaurant, Läden, ein Cafe, ein Kino und natürlich viele Kabinen.
Abendessen und Frühstück lassen nichts zu wünschen übrig.
Wir hatten eine ruhige Überfahrt, so dass niemandem schlecht wurde. Ich schlief auch gut in der Nacht, trotz des leichten Schaukelns des Schiffes und des Brummens seiner Motoren.
Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, schifften wir aus und trafen uns an unserem Bus wieder, der schon wartete. Die heutige Reiseroute führte uns von Hull über York und Newcastle-upon-Tyne durch den Northumberland Nationalpark und über Jedburgh nach Edinburgh.
Der Northumberland Nationalpark war der Höhepunkt dieser Fahrt. Grüne Hügel, viele Schafe, Steinzäune und Strassen, die die Topographie total missachten. Diese Strassen sind ursprünglich von den Römern angelegt worden, die anscheinend sehr begeistert von geraden Linien waren.
In Jedburgh hatten wir Gelegenheit, eine dieser vielen verfallenen Abteien zu besuchen, die man überall in Schottland findet.
Schliesslich erreichten wir Edinburgh. Unser Hotel lag direkt in der Innenstadt, in der Princes Street. So waren alle Sehenswürdigkeiten zu Fuss erreichbar. Leider haben sie es nicht geschafft, diese tote Fliege von meinem Fenster zu entfernen. Nach einer kurzen Pause auf unseren Zimmern nahm uns unser Reiseleiter auf einen Spaziergang durch die New Town mit ihrer einzigartigen klassizistischen Architektur mit.
Der Montag begann mit einem geführten Spaziergang durch die Old Town. Unser örtlicher Führer trug tatsächlich einen Kilt. Er hatte viele interessante Geschichten über die Stadt und ihre Bewohner zu erzählen. Die Tour dauerte ungefähr 2 1/2 Stunden.
Danach hatten wir viel Zeit zur eigenen Verfügung. Ich beschloss, die Royal Mile hinunterzuschlendern und das Writers Museum und das Museum of Edinburgh zu besuchen. Ersteres erzählt über Leben und Werk dreier berühmter schottischer Schriftsteller: Robert Burns, Robert Louis Stevenson und Sir Walter Scott. Letzteres erzählt die Geschichte Edinurghs. Der Eintritt in beide Museen ist frei.
Der auffälligste Anblick der schottischen Hauptstadt ist die Burg. Sie liegt in der Mitte der Stadt und scheint aus einem riesigen Felsen herauszuwachsen. Von dort aus hat man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt und zum Calton Hill. Wenn man eine Pause braucht, sind die Princes Street Gardens, von denen man einen zauberhaften Blick zur Burg hinauf hat, die beste Wahl.
Dienstags war es Zeit, die Hauptstadt zu verlassen. Nach einem kurzen Halt an der Firth of Forth Eisenbahnbrücke, einer gewagten Konstruktion, die 1890 fertiggestellt wurde, fuhren wir weiter nach Stirling. Dort besuchten wir Stirling Castle, einst Sitz der Stuarts. Kein Besucher des Schlosses sollte es verpassen, einen Blick in die Great Kitchens zu werfen, mit ihren Replikas, die fast frisch und lebendig zu sein scheinen.
Dann ging es weiter nach Aberdeen, der sogenannten Granitstadt. Die meisten Gebäude Aberdeens sind aus grauem Granitstein gebaut, der in der Sonne schimmert.
Schottland wäre nicht Schottland ohne sein "Wasser des Lebens": Whisky. So fuhren wir an diesem Tag geradewegs nach Dufftown. Dort findet man die Glenfiddich Destillerie, immernoch im Besitz der Familie Grant, die sie gründete. Bei einer Führung, die mit einem Film beginnt (man kann zwischen verschiedenen Sprachen wählen), wird die Herstellung von Whisky erklärt. Anschliessend kann man natürlich welchen probieren.